Umgang mit Borkenkäferbefall und Dürrständern

Käferbestand

Der „alternative Umgang“ mit durch Borkenkäfer zerstörte Fichtenbestände stellt zwar eine Bewirtschaftungsform dar, birgt jedoch erhebliche Risiken für den Folgebestand, die künftige Arbeit in solchen Beständen und kann eine Gefahr für Leib und Leben sein. Daher empfiehlt die Forstbetriebsgemeinschaft Saar w.V. (FBG Saar) Ihren Mitgliedern nur in Ausnahmefällen den „alternativen Weg“.    Eine zügige Aufarbeitung und Abtransport von Kalamitätshölzern ist das Gebot der Stunde, um den Käferbefall zu reduzieren bzw. zu stoppen und somit wertvolles Fichtenholz zu retten.

Die Argumente der FBG Saar für die Aufarbeiten sind dabei:

Die Waldwirtschaft ist Teil des Generationenvertrags

Die beste Prävention und Strategie gegen Kalamitäten (Großschadensereignisse) sind naturnahe, stabile und strukturreiche Wälder. Dieser nachhaltige Weg sichert ein Gleichgewicht der Kräfte und verhilft dem Bestand zu einer natürlichen Resilienz. Diesen auch weiterhin zu entwickeln, gelingt am ehesten über eine naturgemäße Waldbewirtschaftung. Zur Kontrolle und weiteren Entwicklung der Maßnahmen mit und für unsere Mitgliedsbetriebe, ist die FBG Saar Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft naturgemäße Waldwirtschaft Saar e.V. (ANW Saar) und hat sich nach den PEFC-Standards zertifizieren lassen.

Zur CO2 Speicherung

Durch die Entnahme von käferbefallenen oder zerstörten Fichtenstämmen, kann das im Laufe des Wachstums gespeicherte CO2 Äquivalent durch die Verwendung als Bauholz etc. fast vollständig dem Kreislauf entzogen werden.  Während im Bestand verbleibende, abgestorbene Fichten das in ihnen gespeicherte Klimagas CO2 im Zuge des Zersetzungsprozesses langsam wieder in die Atmosphäre abgeben.

Ein weiterer Aspekt ist die zunehmende Substitution von anderen Baustoffen wie bspw. Stahl und Beton durch Holzerzeugnisse.  

Ist ein Absatz für die stoffliche Nutzung nicht möglich, so bleibt als Alternative die energetische Nutzung. Bei einer Verbrennung wird lediglich das CO2 direkt freigesetzt, das im Wachstumsprozess durch den Baum aufgenommen und gespeichert wurde. Somit ist die energetische Nutzung von Holz, im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas, klimaneutral.

 

Gesetzliche Regelungen zum Waldschutz

Neben dem Eigeninteresse der Waldbesitzer, ihre Wälder vor Schäden und Schädlingen zu schützen, beinhalten auch die Wald- und Forstgesetze Bestimmungen zum Waldschutz. Im Grunde sind dies die Vorgaben, Wälder ordnungsgemäß und nachhaltig zu bewirtschaften, sowie Schäden vom Wald abzuwenden. Die wichtigsten Regelungen zur Bewirtschaftung des Waldes nach dem Landeswaldgesetz des Saarlandes (Stand 2017) lauten wie folgt:

In  § 11 „Grundsätze für die Bewirtschaftung des Waldes“  steht u.a.:

 

(1) Der Wald ist im Rahmen seiner Zweckbestimmung nach den Regeln der guten fachlichen Praxis zu bewirtschaften. Der Waldbesitzer hat bei der Bewirtschaftung der Bedeutung des Waldes für die Umwelt, insbesondere für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen Boden, Wasser, Klima und Luft Rechnung zu tragen

(2) Bewirtschaftung nach den Regeln der guten fachlichen Praxis ist forstwirtschaftliche Nutzung, die nach den gesicherten Erkenntnissen der Wissenschaft und den bewährten Regeln der forstlichen Praxis den Wald nutzt, verjüngt, pflegt und schützt. Sie soll die dauerhafte Erhaltung der Bodenfunktionen sowie die Erhaltung und Förderung einer artenreichen und standortgerechten Pflanzen- und Tierwelt gewährleisten.

Bei der Bewirtschaftung des Waldes sind die Waldbesitzer u.a. verpflichtet:

-       biologisch gesunde und stabile Wälder und Waldränder zu erhalten

-       für eine nachhaltige Holzproduktion nach Menge und Güte Sorge zu tragen

§ 14 u.a. (1) Bei der Bewirtschaftung des Waldes hat der Waldbesitzer auf die Bewirtschaftung benachbarter Grundstücke Rücksicht zu nehmen.

 

Unfallschutz, Verkehrssicherung und Entwicklung

 

Das Belassen von käfergeschädigten Fichten verursacht dabei erhebliche Probleme.
Zu Beginn des Schadenverlaufs sind die Bestände in der Regel noch ohne Gefahr begeh- und bearbeitbar.

Zunächst fällt Feinreisig, dann folgt die Gefahr von Kronenbrüchen, der Schaft bleibt meist noch längere Zeit stehen. Ein Beginn der Kronenabbrüche differiert je nach Standort und Exposition zwischen ca. zwei und zehn Jahren. Bei Pilzbefall besteht erhöhte Bruchgefahr. Eine motormanuelle Ernte ist wegen der immensen Gefahren für Leib und Leben dann häufig nicht mehr möglich.

 

Im Rahmen der natürlichen Sukzession stellt sich meist auf Fichtenflächen wieder Fichte ein. Begleitet werden die jungen Fichten von Pionierbaumarten (bspw. Birke) und verjüngungshemmender Vegetation (Brombeere, Holunder, Adlerfarn etc.). Ein gegen den Klimawandel stabiler Mischwald mit Eiche, Buche und Weißtanne hat hier in der Regel keine Chance, da durch nicht angepasste Wildbestände ein gezieltes Selektieren dieser und anderer Klimaxbaumarten stattfindet.

Stellt sich dann unter den abgestorbenen Fichten keine Verjüngung ein oder kommt wegen des Wildverbisses nicht hoch, kann der Bestand wegen erheblicher Unfallgefahr für eine Auspflanzung nicht mehr betreten werden und ist für ein bis zwei Generationen als wichtiger Partner im Kampf gegen die Klimaveränderung verloren.

Hier zu nennen sind auch die unkontrollierbaren Gefahren und Einwirkungen auf die Nachbarparzellen und die erholungssuchende Bevölkerung. Losgelöst einer gesetzlichen Regelung ist jeder Waldbesitzer dazu angehalten, bekannte Gefahren unverzüglich zu beseitigen. Von einem abgestorbenen Baum am Wegesrand geht zu jeder Zeit eine erhöhte Gefahr aus, die die Gesundheit aller Personen in erheblichem Umfang beeinträchtigen kann. Bei den langen und trockenen Sommern der letzten Jahre kommt eine erhöhte Waldbrandgefahr, die weitere und nicht geschädigte Waldflächen vernichten kann, dazu.

 

Die Marktlage für Fichtenhölzer ist aktuell auf einem sehr guten Niveau, so dass es auch eine betriebswirtschaftliche Entscheidung ist, ob man Werte im Wald belässt oder dem Markt zur Verfügung stellt.

 

Vor diesen Hintergründen empfehlen wir unseren Mitgliedern:

·         Die Aufarbeitung von Käferholz unbedingt über die FBG Saar und deren Forstprofis zu organisieren.

·         Die SVLFG rät bei der Aufarbeitung von Käferholz zum Einsatz eines Harvester um Personenschäden einzudämmen.

·         Kontakt zum Nachbarwaldbesitzer aufnehmen, um gegebenenfalls die Schäden gemeinsam aufarbeiten zu können.

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